Flower Sprouts: Wenn der Grünkohl mit dem Rosenkohl tanzt

Wörtlich übersetzt bedeutet ihr Name „Blumensprosse“. Mit dem zarten, schnell heranwachsenden Sprossen haben die knapp fünf Zentimeter großen, lilagrünen gerüschten Röschen jedoch nichts zu tun. Bei den Flower Sprouts oder auch Kalettes, wie die Kreuzung aus Grün- und Rosenkohl – im Englischen Kale und Brusseles Sprout – bei uns auch genannt wird, handelt es sich um eine relativ neue Wintergemüse-Züchtung. Sie stammt aus England und tauchte dort erstmals 2010 in den Geschäften auf, erklärt Martin Schäfer von der Raritätengärtnerei in Schwarzach, dem es alte Gemüsesorten ebenso angetan haben wie herausragende Neuzüchtungen. Seit rund drei Jahren bietet er das trendige Wintergemüse bei sich in der Gärtnerei zwischen November und März frisch gepflückt oder ab Ende April auch als Jungpflanze an.

Im Boden ähnelt die Pflanze äußerlich einem Rosenkohl und erreicht eine Höhe von 60 und 100 Zentimetern. Statt des dichten, festen Rosenkohls wachsen in ihren lila Blattachseln recht locker, stark gekraust die Röschen grün bis violett heran.

Die Nachfrage nach den kleinen Powerpaketen steigt stetig, freut er sich. Kein Wunder, denn mit seinem milden, eher nussigen und dabei leicht süßem Geschmack lässt sich der hübsch anzusehende Minikohl vielseitig und leicht in der Küche zubereiten. Man kann ihn kochen, braten oder auch in einem Vitalsalat roh genießen, zählt der Fachmann für ökologischen Gartenbau begeistert auf, der ihn auch gerne Blatt für Blatt auseinander genommen und mit einer Ölgewürzmischung bepinselt sowie wenige Minuten im Ofen geröstet als Gemüsechips snackt.

Vor der Zubereitung sollte man die Kohlröschen kurz unter fließendem Wasser waschen und ihren Strunk etwas kürzen. Dann lassen sich ganz nach Belieben die Blätter entweder einzeln oder die ganzen Röschen verwenden. Ihre Garzeit ist kurz. Man kocht sie zwei bis fünf Minuten im Salzwasser, brät sich kurz in der Pfanne an oder dünstet sie. Als Beilage passen Flower Sprouts zu vielen Gerichten, zu Fisch ebenso wie zu Fleisch. Zudem lassen sie sich im Ofen als Auflauf oder als Eintopf zubereiten.

Die kleinen Röschen, die im Gemüsefach gut geschützt rund eine Woche frisch und knackig bleiben, sorgen aber nicht nur an trüben Wintertagen für einen erheiternden Farbklecks auf dem Teller, sie sind wie ihre Eltern auch überaus gesund und überzeugen durch innere, immunstärkende Werte wie Eisen, Kalzium, Vitamin A, C , E und K sowie B6 und sind dabei kalorienarm. Hinzu kommen viele Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Das Kohlgemüse lässt sich an einem humosen, sonnigen bis halbschattigen Platz auch gut im eigenen Garten anbauen, merkt Martin Schäfer an, der ab Ende April Jungpflanzen verkauft. Um sie vor weitverbreiteten Kohlkrankheiten wie Kohlhernie oder Echtem wie Falschem Mehltau zu schützen, rät der Pflanzenfachmann, sie mit einem Netz abzudecken. Da die Flower Sprouts zu den Starkzehrern zählen, sollte man sie in der Wachstumsphase pflanzlich düngen, danach allerdings nicht mehr, und nicht mehrere Jahre am selben Standort im Garten kultivieren.

Autorin: Petra Jendryssek | Fotos: Martin Schäfer, ©Ulrike Leone-pixabay.com, 

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