Lange schon herrscht bei Ärzten und Ernährungswissenschaftlern Einigkeit darüber, dass Bewegung unsere physische und geistige Gesundheit fundamental verbessern kann. Scheinbar ist dieser Zusammenhang nur wenigen bekannt, wie eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Herbst letzten Jahres unmissverständlich klargemacht hat. Wir Deutsche schnitten im Vergleich mit anderen Ländern besonders schlecht ab: Nur 44 Prozent der befragten Frauen und 40 Prozent der männlichen Studienteilnehmer gaben an, sich pro Woche mindestens 150 Minuten – so die Empfehlung der WHO, um ernsthafte Erkrankungen abzufedern oder gar zu vermeiden – körperlich zu betätigen. 11- bis 17-Jährige können sich wohl kaum noch motivieren, raus zu gehen und sich sportlich zu betätigen: 88 Prozent der Mädchen und 80 Prozent der Jungen bewegen sich nach eigenen Angaben zu wenig.

Die Folgen könnten laut WHO bis zum Jahr 2030 dramatisch sein: Sie rechnet damit, dass weltweit fast 500 Millionen Menschen aus Bewegungsmangel unter anderem an Herzerkrankungen, Fettleibigkeit, Depressionen, Diabetes oder Demenz erkranken. Eigentlich einleuchtet, wenn man bedenkt, an wie vielen Stellen im Körper sich regelmäßige Bewegung positiv auswirkt.

Sport macht gute Laune. Bewegung setzt Glückshormone wie Serotonin frei, wenn wir unsere Muskeln trainieren, und Dopamin sowie Noradrenalin, die heiter und aufmerksam machen. Zudem fühlen wir uns entspannter, da Stresshormone wie Kortisol und Adrenalin durch Bewegung abgebaut werden.
Sport trainiert das Herz. In Bewegung arbeitet unser Herz mehr, um unseren Körper mit genügend Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen, die im Blut gelöst, zu den Zellen und Organen gelangen. Durch Training gewöhnt sich das Herz an die Belastung und die Blutgefäße werden elastischer. So lässt sich höherem Blutdruck vorbeugen.

Sport senkt den Cholesterinspiegel. Körperliche Aktivität regt die fettspaltenden Enzyme an, erhöht das gute HDL-Cholesterin und senkt das schlechte LDL-Cholesterin, das sich bei Bewegungsmangel eher an den Wänden der Blutgefäße ablagert und einer Arteriosklerose Vorschub leistet.

Sport senkt den Blutzucker. Diabetes Typ 2, auch Altersdiabetes genannt, lässt sich mit regelmäßigem Ausdauersport in Schranken halten. In Folge der Bewegung beginnen die Zellen wieder, auf das Insulin zu reagieren und den Zucker zu verarbeiten.

Sport hilft, Gewicht zu halten. Wer mehr Energie zu sich nimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Körperliche Aktivität erfordert mehr Energie und regt den Stoffwechsel an. Ausdauersport gibt dem Körper den Impuls, mehr Mitochondrien – die Mini-Kraftwerke der Zellen – zu bilden, in denen Kalorien verbrannt werden.
Sport stärkt das Immunsystem. Auf unser Immunsystem wirkt sich regelmäßige Bewegung gleich mehrfach positiv aus: Durch die bessere Versorgung mit Sauerstoff werden mehr Immunzellen gebildet. Die Lymphe fließt besser und reinigt den Körper effizienter von Schad- und Giftstoffen. Bewegung puffert zudem Stress ab, der sich negativ auf das Immunsystem auswirken kann.

Sport entlastet den Rücken. Sitzen ist Gift für unseren Rücken. Nur in Bewegung werden Muskeln, Nerven, Sehen, Bänder, Bandscheiben und Knochen ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Je abwechslungsreicher das Training, desto bester für den Rücken.

Sport hält den Kopf fit. Oft unterschätzt wird die positive Wirkung der Bewegung auf das Gehirn. Durch die bessere Durchblutung wird es stärker mit Sauerstoff versorgt und die Neurotransmitter leiten Signale schneller ans Gehirn weiter. Die Folge: Reaktionszeiten verkürzen sich.

Die Weltgesundheitsorganisation gibt die Empfehlung, sich 20 bis 30 Minuten an mindestens fünf Tagen pro Woche, also 150 Minuten insgesamt, zu bewegen. Das ist tatsächlich nicht viel und sollte doch zu schaffen sein, oder? Gehen Sie es an!

Autorin: Petra Jendryssek | Foto: ©StockSnap-pixabay.com

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