Gewinn mit Sinn und gutem Gewissen

Schluss mit fragwürdigen Investments! Es ist heute so einfach, mit nachhaltigen Geldanlagen Gewinn mit Sinn zu erzielen, indem man zugleich soziale oder ökologische Projekte unterstützt. Immer mehr Menschen wollen ihr Geld nachhaltig investieren, weil es ihnen nicht egal ist, was mit ihrem Geld passiert. Geldanlagen dagegen, die keine Transparenz aufweisen und in alle Wirtschaftszweige investieren, die heute am Markt vorhanden sind, finden in der Bevölkerung immer weniger Anklang. Denn Geldanlagen, die in Branchen, wie die Suchtmittelindustrie, die Ölindustrie oder die Waffenherstellung investieren, wirken weder für uns noch für die Natur positiv. Doch Anleger:innen möchten gerade neben einer Rendite einen positiven Beitrag für uns als Gesellschaft und für die Natur erzielen.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Geld nachhaltig anzulegen. Die eine ist das „Direktinvestment“. Das bedeutet, dass man sich ganz direkt an nachhaltigen Projekten beteiligt – sprich man investiert in Sachwerte. Das können ökologische Projekte wie erneuerbare Energieanlagen oder auch soziale Projekte wie Pflegewohnheime, integrative Arbeitsmodelle oder Bildungsprogramme sein.

Eine direkte Geldanlage in Windkrafträder oder Solaranlagen hat den Vorteil, dass der Anleger genau weiß, wo sein Geld angelegt ist und welche Wirkung er damit erzielt, nämlich: Ökostrom statt CO2-Belastung. Eine Geldanlage in sozial genutzte Immobilien, wie beispielsweise Pflegewohnheime, bewirkt neben laufenden Mieteinahmen, dass pflegebedürftige Menschen in ihrer Region einen modernen Pflegeplatz mit neuesten Standards erhalten.

Die zweite Möglichkeit der nachhaltigen Geldanlage sind nachhaltige Investmentfonds wie Aktien- und Rentenfonds, Mischfonds oder zum anderen Mikrofinanzfonds.

Bei nachhaltigen Mikrofinanzfonds wird das Geld Menschen in Entwicklungsländern für Kleinstkredite zur Verfügung gestellt, die ihnen dabei helfen sollen, eine Selbstständigkeit auf- oder auszubauen. So kommt dieses Geld etwa Frauen zugute, denen die Banken aufgrund der Strukturen im jeweiligen Land keine Kredite gewähren. Durch den Auf- und Ausbau einer Selbstständigkeit, den die Mikrokredite ermöglichen, verdienen diese Frauen und auch Männer häufig genug Geld, um damit etwa ihre Kinder zur Schule schicken zu können. Eine solche Form der Geldanlage ist somit ein soziales Engagement mit Sinn und Gewinn. Es handelt sich bei solchen Fonds um eine sehr flexible Form der nachhaltigen Geldanlage, bei der Anleger sicher sein können, dass ihr Geld nicht zu fragwürdigen oder kontroversen Zwecken eingesetzt wird. Denn es gelten in der Regel Ausschlusskriterien, die festlegen, dass nicht in Waffen- und Suchtmittelhersteller, in Kohlestromproduzenten oder in Lebensmittelspekulanten investiert wird. Allerdings gibt es viele Fonds am Markt, die nur einen „flachen“ Nachhaltigkeitsansatz aufweisen – hier spricht man von „hellgrünen“ Fonds. Hier sollte jeder Anleger auch hinter die Kulissen der nachhaltigen Fonds schauen, um zu sehen, in was die Fonds tatsächlich investieren.

Es gibt also keinen Grund mehr, fragwürdige Investments zu akzeptieren, sondern im Gegenteil viele zukunftsorientierte Möglichkeiten, seiner eigenen Geldanlage neben dem Ertrag einen zusätzlichen Sinn zu verleihen und den Menschen, der Gesellschaft und der Umwelt einen Dienst zu erweisen.

Gottfried Baer, Spezialist für nachhaltige Geldanlagen, ist Geschäftsführer der MehrWert GmbH für Finanzberatung und Vermittlung in Bamberg.

Wer heute nachhaltig für den Ruhestand vorsorgen möchte, kann dies mittlerweile auch mit qualitativ überzeugenden grünen Rentenversicherungstarifen ganz praktisch umsetzen. Viele deutsche Versicherer bieten dazu mittlerweile grüne Rententarife an.

Dies gilt sowohl für die betriebliche Altersvorsorge, so wie für die private Vorsorge in Form einer Rürup-Rente oder ganz einfach mit einem privaten Rententarif. Hierbei wird das Geld jeweils beim Versicherer entweder direkt in nachhaltige Geldanlagen investiert oder das Geld wird in ausgewählte nachhaltige Investmentfonds angelegt. Je nach persönlicher Situation (zu versteuerndes Einkommen, Lebensalter, Familienstatus ,…) sollte allerdings genau analysiert werden, welche Art von Rentenvertrag die höchste persönliche Effektivität aufweist. Auch hier gilt, wie bei den Investmentfonds darauf zu achten, welcher Versicherer es mit dem Thema Nachhaltigkeit wirklich ernst meint und gut gestaltete grüne Rententarife anbietet.

Autor: Gottfried Baer | Fotos: ©Gottfried Baer, ©nattanan23-pixabay.com, ©RoboAdvisor-pixabay.com