Nachhaltige Entwicklungen sichtbar machen und gemeinsam weiterdenken, dazu lädt die Zukunftswoche Mainfranken vom 25. April bis 3. Mai dieses Jahr unter dem Leitmotiv „Was ist möglich?“ bereits zum fünften Mal ein.
In den vergangenen Jahren entstanden aus Vorträgen Mitmachformate und wiederkehrende Reihen, aus ersten Begegnungen Kooperationen. Was als hoffnungsvolles Experiment begann, hat sich zu einer festen regionalen Plattform entwickelt, auf der nachhaltige Ideen konkret erlebbar werden. Deutlich zeigt sich das im Bereich erneuerbare Energien: Aus Informationsveranstaltungen zu Technik und Förderung sind Praxisformate entstanden, in denen Erfahrungen geteilt und direkt angewendet werden. Landwirtschaft und Ernährung haben sich zu einem weiteren Schwerpunkt entwickelt. Solidarische Landwirtschaften, Umweltinitiativen und Lernorte laden zum Mitmachen ein und geben Einblicke in regionale Versorgungsmodelle. Bildungsangebote dazu verbinden ökologische Fragen mit praktischem Lernen. Ebenso werden Gesundheit, Wasser und Mobilität zunehmend als gemeinsame Zukunftsaufgaben behandelt. Den Auftakt bildet erneut das Zukunftsfest am 25. April in Würzburg. Rund um den QR-Code-Platz in der Fußgängerzone Eichhornstraße entsteht an diesem Samstag ein Begegnungsraum mit Infoständen, Mitmachaktionen und kreativen Angeboten.

Die Zukunftswoche lebt vom Mitmachen. Mit mehr als 100 Veranstaltungen entsteht ein vielfältiges Programm von Vorträgen bis zum gemeinsamen Erleben. Nachfolgend eine kleine Auswahl:
Lernen, säen, ernten
Landwirtschaft und Ernährung haben sich in der Zukunftswoche in den vergangenen Jahren zu einem eigenständigen Schwerpunkt entwickelt. Neben Solidarischer Landwirtschaft und Umweltstationen zeigen zunehmend auch Bildungseinrichtungen, wie ökologische Fragen praktisch und pädagogisch weitergetragen werden können.
Ein Beispiel ist der Erdkinderplan der Montessori-Schule Würzburg. In Margetshöchheim entsteht auf 2.000 Quadratmetern ein Bildungsgarten mit 150 Quadratmetern Gemüseacker, Wildblumenwiese, Benjeshecke, Totholzbeet und weiteren Lebensräumen. Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse bewirtschaften die Gartenfläche im Rahmen des Erdkinderplans nach Maria Montessori selbst, entwickeln Beschilderungen (oben im Bild), bauen Sitzgelegenheiten und gestalten Lernstationen und weiterführende Materialien wie Video-Anleitungen. Auch das Innere des Hauses haben die Jugendlichen vom Keller bis zum Dach renoviert und umgestaltet. So gibt es hier jetzt eine tadellose Küche, um die Erträge des Gartens weiterzuverarbeiten und weitere Lernmöglichkeiten rund um das Thema Nachhaltigkeit.
Das Haus mit Gartengrundstück ist als offener Lernort konzipiert und kann im Rahmen der Zukunftswoche besichtigt werden. Für Schulen und weitere Bildungseinrichtungen steht es nach Vereinbarung auch im Anschluss an die Zukunftswoche offen. Während der Aktionswoche bieten die Jugendlichen Führungen an (Mittwoch 9-12.30 Uhr, Donnerstag 9-16 Uhr), informieren über Kompostierung und Biodiversität und verkaufen vorgezogene Tomatenraritäten aus Permakultur-Anbau sowie regionales Saatgut für heimische Wildblumen. Damit wird sichtbar, wie ökologische Bildung, praktische Erfahrung und regionale Verantwortung zusammenfinden.
Auch weitere Veranstaltungen greifen das Thema auf: Solidarische Landwirtschaften öffnen ihre Flächen, Umweltstationen laden zu Führungen und Workshops ein, Natur- und Kräuterangebote vermitteln Wissen über heimische Pflanzen und nachhaltige Ernährung. So entsteht ein vielfältiges Programm, das zeigt, wie regionale Versorgung, Naturschutz und Bildung ineinandergreifen – konkret, anschaulich und zum Mitmachen.
Weitere Veranstaltungstipps
25. April, 11–15.30 Uhr, Oberaurach: Brotbacken für Kinder
Im Holzbackofen entstehen eigene Brotteiglinge. Mit Hofbesichtigung und gemeinsamer Brotzeit. Für Kinder von 7–12 Jahren. (UBiZ Oberschleichach)
25. April, 14 Uhr, Kitzingen: Agroforst im Gemüseanbau
Besichtigung eines Humusaufbau-Projekts der SoLaWi Kitzingen-Würzburg im Strolchwiesenweg 3 in Kitzingen. Angepflanzte Sträucher und Bäume sollen zum Humusaufbau beitragen. (Veranstalter: Umweltstation Kitzinger Land)
27. April, 10 Uhr, Kloster Oberzell: Kräutergartenführung
Führung durch einen der bekanntesten Klostergärten Deutschlands. Heilpflanzen und ihre Anwendung (Veranstalter: Oberzeller Franziskanerinnen)
2. Mai, 10.30 Uhr, Würzburg: Bärlauch sicher erkennen
Geführte Exkursion mit Bestimmung, Hintergrundwissen und kleiner Verkostung (Veranstalter: BUND Naturschutz Würzburg)
3. Mai, 10–18 Uhr, Bergrheinfeld: Tag der offenen Gartentüre
Führungen, Saatgut, Kinderprogramm und Einblicke in die Solidarische Landwirtschaft Schweinfurt
Alle weiteren Veranstaltungen unter https://zukunftswoche-mainfranken.de/programm-2026/
Autor/Autorin: Rike Freeman · Fotos: Kathrin Königel, Montessori Schule
